Pflanzenwesen

"Das Äußere einer Pflanze ist nur die eine Hälfte ihrer Wirklichkeit." Goethe 1749-1832

Das Reich der Pflanzen verbinde ich am stärksten mit unseren Empfindungen. In unseren Gärten begegnen wir uns immer wieder in den Pflanzen, die wir pflanzen. Stark und kräftig - zart und fein, vom Wind bewegt .... ein wenig struppig, ungezähmt oder ganz strukturiert. Sie erzählen von unseren Vorlieben, von unseren Sehnsüchten. In ihnen erleben wir uns als empfindsames menschliches Wesen. Unsere Seele begegnet hier sich selbst in ihrem pflanzlichen Sein.

Die Elfen lernen fliegen
alt und weise

Wüsst ich genau, wie dies Blatt
Aus seinem Zweig hervorkam,
Schwieg ich auf ewige Zeit still,
denn ich wüsste genug.

Hugo von Hofmannsthal

Moose, Flechten, Farne

Allen gemeinsam ist, dass sie vorwiegend an feuchten und eher schattigen Plätzen zu Hause sind. Flechten gehören zu den ältesten und langlebigsten Lebewesen überhaupt. Mit ihrem Wachstum lassen sie sich dementsprechned viel Zeit, abhängig von Standort wachsen sie etwa 0,1 mm/Jahr. Jede Flechtenart hat ihre ganz bestimmten Ansprüche an ihre Umwelt. Nähr- und Schadstoffe werden ungefiltert aus der Luft und dem Regen aufgenommen, sodaß man von ihrem Zustand direkt auf die Luftqualität schließen kann. Farne gibt es seit ca. 300 Mill. Jahren. Es lohnt sich bei allen näher hinzuschauen, es gibt eine überraschende Formenvielfalt.

"Schönheit für einen Tag"

"Willst Du das Glück kennen lernen, werde so still, dass Du das sich Öffnen der Blüte hörst."
aus Japan

Hemerocallis, die Taglilie

"Schönheit für einen Tag". Entsprechend dem Etymologischen Wörterbuch vermutlich aus dem gr. heméra Tag und kállos Schönheit. Alle Arten stammen aus Ostasien. Ursprünglich wurden die Blütenknospen und junge Blätter gegesssen. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts wurden zwei, drei Arten auch in Europa kultiviert. Inzwischen sind es einige Tausend Sorten in vielerlei Farbtönen von cremeweiß bis dunkelpurpur. Es gibt Zwerge von 20 cm und sehr große Exemplare von 130 cm Höhe. ....und jeden Tag eine neue Blüte. Das Laub ist gräserartig überhängend, meist ein sattes Grün.

Die Schöne