Mein Garten
Die Blume erweist sich als größerer Pionier eines neuen Verhältnisses zwischen Welt und Seele, als wir ahnen. Es gehen unvorstellbare Wirkungen von Gärten und Blumen aus.
Ich glaube, dass der Gärtnerberuf ebenbürtig den vornehmsten und auch geistesspannendsten Betätigungen des Menschen ist. Er kann der vielseitigste aller Menschenberufe sein.
Eine meiner Leidenschaften ist es, in der Erde zu wühlen und den Garten zu gestalten. Da ist die Liebe für die Farben der Blüten und die Struktur ihrer Blätter. Das Vergnügen bei der Berührung eines samtenen Blattes, beim Duft einer Schokoladenkosmee. Jedes Jahr im Frühjahr eine große Freude über diese pflanzliche Üppigkeit und ihre Kraft mit der die Pflanzen aus der Erde drücken und sich entfalten. Unser Winterherz braucht Grün. Wieviel verschiedene Grüntöne es doch gibt!
Stauden sind Blumen, die im Winter aus scheußlichem Gestrüpp bestehen oder gar nicht vorhanden sind, falls man nicht in der Erde nachwühlt. Bei einem Mindestmaß an Freundlichkeit blühen sie jedes Jahr wieder. Hat man sie lieb, bedanken sie sich überschwenglich.
Dieses Mindestmaß an Freundlichkeit mag ich ihnen gerne geben. Meistens gelingt dies auch. Große Freude bereitet es mir auch mit Materialien zu arbeiten, die schon ihren Haupteinsatz hinter sich haben. So verbaue ich liebend gerne alte Handstrich- oder andere Dachziegel, die nicht mehr für einen weiteren Einsatz auf dem Dach geeignet sind, für Trockenmauern. Daneben bekommen alte Sand-, Feld- und Ziegelsteine einen neuen Platz in meinem Garten. Der Boden bringt immer wieder Gestein hervor.
der Rahmen:
Die Grundstücksgröße beträgt insgesamt 1,6 ha. Den größeren Anteil nimmt die Weide für die Tiere ein. Der Gartenteil mißt ca. 80 x 50 m, darauf stehen unser Wohnhaus, Stall und Scheune. Bei der Gartengestaltung empfinde ich diese Breite des Grundstückes als interessante Herausforderung. Vom ersten Entwurfsplan über die Detailpläne für die Staudenpflanzungen bis zum Schiebkarre schieben, gestalte ich den Garten größtenteils selbst. Inspirationen gibt es genügend, die Pflanzen selbst mit ihren Farben und Formen, andere Gärten, am Anfang ein Gartenseminar und immer wieder reichlich Literatur. Mit einer persönlichen Literaturliste sage ich auch Danke an all diese anderen GartenliebhaberInnen.
die Pflanzen:
Immer wieder erlebe ich die Freude über die Vielfalt in der pflanzlichen Welt. Während der Wintermonate entstehen ganz viele Staudenbeete auf dem Papier und in meinem Kopf. Ein Teil davon wurde auch schon umgesetzt. Es gilt noch soviel zu lernen.
An den Aufgaben der Staudenrabatte kann sich der kleinste und der größte Gartenkünstler versuchen. Ihre Fortschritte, Probleme und Reize könnten allein ein ganzes menschlisches Arbeitsleben ernsthaft ausfüllen und in steigendem Maße elektrisieren.
Schönheit entsteht in unserem Bewußtsein. Lassen wir uns das Schöne durch die Pflanzen immer wieder neu entdecken. Sie selbst gestalten natürlich immer wieder den Garten anders als gedacht. Auch durch die homöopathischen Begegnungen mit den Pflanzenwesen selbst schaue ich inzwischen mit einem anderen Blick auf das, was ich tue. Schaue auch die wilden Kräuter anders an. "Herr Foerster, was machen Sie gegen den Löwenzahn?" - "Lernt den Löwenzahn lieben".
Am Anfang des Gartens gab es kaum Bäume. An den seitlichen Hängen gibt es Eichen und andere meist heimische Bäume und Sträucher. Inzwischen wächst auch der eine und andere Baum im Gartenteil, der als solcher auch wahrgenommen wird. Die angepflanzten heimischen Sträucher zeigen ebenfalls schon eine schöne erwachsene Gestalt. Ich lasse sie wachsen, lasse ihnen ihren Raum.
Der Garten wächst stetig, es entstehen neue Plätze unter Sträuchern, neue Ideen keimen auf, wollen verwirklicht werden. Vieles wird wieder verworfen oder taucht in neuer Gestalt wieder auf.
meine Liebe zu den freien Formen:
Die Gestaltung des Gartens ist sehr von dem Spiel mit den freien organischen Formen geprägt. Das Entdecken der Arbeit mit Ton, das Gestalten von lebendigen Formen, die Freude an diesem Tun habe ich bei dem Bildhauer Herbert Antweiler kennengelernt. Neben der Vision von dem Garten ist es diese Freude, die mir immer wieder die Kraft zur Umsetzung mit Spaten und Karre gibt. Bei Interesse am freien Arbeiten mit Ton und Speckstein, schauen Sie bitte unter Seminare bei Angebote nach.
Ich bin kein Träumer, wie manche meinen, sondern ein Traumverwirklicher.
