Von Angesicht zu Angesicht
Willst Du das Glück kennen lernen, werde so still, dass Du das sich Öffnen der Blüte hörst
Hemerocallis, die Taglilie
"Schönheit für einen Tag". Entsprechend dem Etymologischen Wörterbuch vermutlich aus dem gr. heméra Tag und kállos Schönheit. Alle Arten stammen aus Ostasien. Ursprünglich wurden die Blütenknospen und junge Blätter gegesssen. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts wurden zwei, drei Arten auch in Europa kultiviert. Inzwischen sind es einige Tausend Sorten in vielerlei Farbtönen von cremeweiß bis dunkelpurpur. Es gibt Zwerge von 20 cm und sehr große Exemplare von 130 cm Höhe. ....und jeden Tag eine neue Blüte. Bei geschickter Pflanzung von Mai bis September. Das Laub ist gräserartig überhängend, meist ein sattes Grün.

Farbe ist wie eine Glückshaut der Erscheinungen, abenteuerliche Botschaft aus Wesenheiten, die dahinter stehen. Manchmal scheint die göttliche Farbigkeit dieser Erdenwelt wie ein millionenfältiges Nachglühen und Weiterphosphoreszieren der Urfeuer, die ihre Glutschmiedearbeit getan und nun in leise, selige Glücksbrände übergingen, die im Bunde mit Unnennbaren stehen. Der Glücksbrand kennt keine Grenzen der Mannigfaltigkeit und Stärke. In Blumen scheint er am seligsten und hat sich unserer Hand anvertraut, um immer tiefer und unnennbarer zu werden. Blumen sind himmlissch-irdische Verwalter unseres Farbenglückes und seine eifrigsten Erweiterer und Schrittmacher. Karl Foerster